Kapitel 6: Hemmingen soll noch grüner werden

Das Stadtgebiet Hemmingens bietet am Übergang von der landwirtschaftlich geprägten Calenberger Börde zur naturbelassenen Leineaue einen vielfältigen Mix an Lebensräumen und Landschaftsbildern. Gleichzeitig ist unsere Stadt in unmittelbarer Nähe des Ballungsraums Hannover einem starken Siedlungs- und Verkehrsdruck ausgesetzt. Hemmingen als Stadt im Grünen: das ist nicht selbstverständlich, sondern muss aktiv bewahrt und entwickelt werden.

Naturschutz im Zusammenhang denken

  • Der veraltete Landschaftsplan von 1995 muss dringend aktualisiert werden. So können Zustand und Potenzial der Naturräume neu bewertet und Entwicklungsziele festgelegt werden.
  • Ehrenamtliche Initiativen aus dem Naturschutz sollen durch einen regelmäßigen Austausch mit der Verwaltung und dem Naturschutzbeauftragten gestärkt werden.
  • In Hemmingen ist kein Platz für weiteren Kiesabbau. Dafür ist unser Stadtgebiet zu klein und zu dicht besiedelt.

Landwirtschaft naturfreundlicher gestalten

  • Wir wollen die Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz im Sinne des Niedersächsischen Weges fördern.
  • Die Landwirtschaft soll bei der Umstellung zum ökologischen Landbau oder regenerativen Anbau gefördert werden, insbesondere auf Flächen im Eigentum der Stadt.
  • Die Produktion von Lebensmitteln vor Ort soll gefördert werden, z.B. auch durch urbane Gärten und Gemeinschaftsgärten.

Grün im Siedlungsraum bewahren und fördern

  • Wir wollen eine Baumförderrichtlinie einführen zum Erhalt von ortsbildprägenden, alten Bäumen auf Privatgrundstücken. Dadurch sollen Baumgutachten oder Pflegearbeiten finanziell gefördert werden. Ergänzend soll auch eine kommunale Baumschutzsatzung geprüft werden, die an die Situation Hemmingens am Rande des Ballungsraums Hannover angepasst ist.
  • Städtische Bäume, die absterben oder gefällt werden müssen, sollen durch Nachpflanzungen in möglichst geringer Entfernung und durch Baumarten ähnlicher Größenordnung konsequent ersetzt werden.
  • Ist die Nachpflanzung vom Bäumen am alten Standort wegen zwischenzeitlich verlegter Leitungen oder aus anderen Gründen nicht möglich, müssen dafür andere städtische Flächen reserviert oder private Flächen angepachtet werden.
  • Der kommunale Baumbestand soll sukzessive auf solche Arten umgestellt werden, die an den Klimawandel angepasst sind.
  • Die naturnahe Gestaltung von Privatgärten soll, z.B. durch die Auslobung von Wettbewerben oder Zahlung von Förderprämien, stärker gefördert werden. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Umgestaltung von Schottergärten.

Arten und Biotope schützen und entwickeln

  • Auf städtischen Grünflächen sollen weitere insektenfreundliche Pflanzungen angelegt werden.
  • Die kommunalen Grünflächen sollen zunehmend extensiv gepflegt werden, mit nur einer Mahd pro Jahr, damit mehr Pflanzen zur Blüte kommen und Samen tragen können. So finden Insekten und Vögel Nahrung.
  • Nist- und Bruthilfen für gefährdete Vögel, Insekten und Fledermäuse sollen an allen geeigneten städtischen Gebäuden angebracht werden.
  • Der Steinfeldsee mit dem Beobachtungsstand zur Förderung des Naturerlebens soll erhalten und bei Bedarf in Stand gesetzt werden.