Kapitel 5: Hemmingen fit machen für den Klimawandel

Der Klimaschutz hat für uns höchste Priorität. Gleichzeitig müssen wir uns der Tatsache stellen, dass der Klimawandel bereits eingesetzt hat und sich aller Voraussicht nach weiter verschärfen wird. Deshalb müssen wir Vorsorge treffen, damit wir in unserer Stadt mit extremerem Wetter zurechtkommen: heiße und trockene Sommer, örtlicher Starkregen und Hochwasserereignisse der Leine.

Grüner Hitzeschutz

Pflanzen bilden den besten Schutz vor übermäßiger Hitze in der Stadt. Deshalb kommt Bäumen und Grünflächen eine überragende Bedeutung für das Stadtklima zu.

  • Im Stadtgebiet müssen wir ausreichend Grünflächen und Bäume erhalten und neu schaffen.
  • Bei Neubauten sind asphaltierte und gepflasterte Flächen zu vermeiden oder zu reduzieren, um das Mikroklima zu verbessern.
  • Frischluftschneisen zwischen den Ortsteilen müssen offen gehalten werden.
  • Bei Neu- und Nachpflanzungen sollen klimatisch angepasste Pflanzen- und Baumarten gewählt werden.
  • Unsere Stadtbäume müssen in zunehmend trockeneren Sommern ausreichend gewässert werden, um sie zu erhalten. Das hat Vorrang vor der personalintensiven Pflege von Zier- und Grünflächen mit jederzeit perfekt getrimmten Rasenflächen.

Starkregen bewältigen

Das veränderte Klima kann häufiger zu lokalen Starkregen-Ereignissen führen, die nur schwer vorherzusehen sind. Um Schäden zu vermeiden, darf möglichst wenig Regenwasser in die Kanalisation gelangen oder zwischengespeichert werden. Gleichzeitig muss der Abfluss durch Kanalisation, Gräben und Bäche ausreichend dimensioniert sein.

  • Niederschlagswasser muss vor Ort gehalten werden, wo immer es möglich ist. Das bedeutet Regenwasserversickerung statt Ableitung in die Kanalisation, Förderung von Gründächern und die Begrenzung und Verringerung der Bodenversiegelung.
  • Hemmingen braucht eine Starkregenkarte, die mögliche Schwachpunkte bei der Entwässerung aufzeigt und die Grundlage für geeignete Gegenmaßnahmen bildet. Dazu gehört auch die Beseitigung von Abflusshindernissen.

Gegen das Leinehochwasser wappnen

Der Hemminger Rat hat sich nach langer Diskussion gegen einen umfassenden baulichen Hochwasserschutz entschieden, der vor einem Jahrhunderthochwasser schützen würde (HQ100). Eine solche Lösung hätte starke Eingriffe in das Stadtbild und die Landschaft nach sich gezogen und wäre für unsere Stadt kaum zu finanzieren gewesen. Zukünftig müssen wir im Auge behalten, ob der Klimawandel die Hochwassergefahr für Hemmingen verschärft.

  • Das Einsatzkonzept der Feuerwehr für den Katastrophenschutz bei Hochwasserlagen muss verbessert werden. Dafür können die Planungsunterlagen zum Hochwasserschutz hilfreich sein, und der Austausch und die Zusammenarbeit mit Verbänden wie dem THW sind notwendig.
  • Die Ausrüstung der Feuerwehr muss für diese Aufgabe angemessen ergänzt werden.
  • Unsere Stadtverwaltung muss die Bewohner*innen der potenziellen Überschwemmungsbereiche zu allen Aspekten der Eigenhilfe kompetent informieren und beraten.