Kapitel 3: Zuviel Lärm macht krank

Verkehrslärm stellt eine permanente Umweltbelastung dar und kann die Lebens- und Wohnqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Der starke Verkehr von und nach Hannover belastet die Anwohner*innen vieler Straßen. Langfristig muss unser Ziel sein, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs zu verringern. Aber auch kurzfristige Maßnahmen müssen mit den Betroffenen entwickelt werden.

Lärmschutz an der B3 neu umsetzen

Mit der Eröffnung der Umgehungsstraße wurden schlagartig Wohnquartiere in Arnum, Devese und Hemmingen-Westerfeld verlärmt, die vorher sehr ruhig waren. Die gesetzlichen Lärmgrenzwerte bieten hier kaum einen Schutz, der bauliche Lärmschutz ist lückenhaft. Die Stadt Hemmingen ist nicht Bauherr der Straße und war nicht zuständig für die Planung. Dennoch sehen wir sie in einer Mitverantwortung, weil die Ratsmehrheit im Planungsverfahren Bedenken zum Lärmschutz zurückgestellt hatte.Nachträgliche Lärmschutzmaßnahmen an der B3 neu sollen geprüft werden, hinsichtlich der technischen, rechtlichen und finanziellen Umsetzbarkeit.

  • Zum Thema Lärmschutz soll ein Runder Tisch gebildet werden, um mit den Bürgerinitiativen, die entlang der B3 entstanden sind, konstruktiv Lösungen zu erarbeiten.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass die Höchstgeschwindigkeit für Pkw auf 70 km/h begrenzt wird.
  • Die B3 neu soll von einer Kraftfahrstraße zu einer Außerortsstraße herabgestuft werden, damit die Lkw-Geschwindigkeit auf 60 km/h begrenzt werden kann.

Vor Verkehrslärm schützen im gesamten Stadtgebiet

Durchgangsverkehr verursacht auf vielen Straßen im Stadtgebiet belastenden Lärm. Offensichtlich zieht die neue B3 auch zusätzlichen Verkehr an und erhöht damit die Belastung auf Zubringerstraßen, wie der L389 in Hiddestorf, Ohlendorf und Arnum sowie der Weetzener Landstraße und der Ortsdurchfahrt Devese. Inzwischen mehren sich auch die Beschwerden der Anlieger*innen der kleinen Straßen in Arnums Westen, weil der Schleichverkehr über den Hohen Holzweg zur B3 neu zunimmt. Dort wie auf vielen anderen Straßen gilt: Die einfachste und wirksamste Maßnahme zur Verringerung des Lärms sind Tempolimits - bei Tempo 30 ist der Lärm nur noch halb so groß wie bei Tempo 50. Auf den Landes- und Regionsstraßen kann die Stadt nicht selber handeln, sondern muss sich bei Land und Region für eine Verbesserung der Situation einsetzen.

  • In allen Ortsdurchfahrten und in allen Wohnquartieren soll die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt werden.
  • Außerorts soll die Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h reduziert werden.
  • Wir machen uns stark für eine bessere Gesetzgebung auf Bundes- und Landesebene, die dem Wort Lärmschutz gerecht wird. Bund und Land müssen endlich ihre Verantwortung für die belastende Lärmsituation vieler Menschen wahrnehmen und lösungsorientiert für Abhilfe sorgen.